Ich wünsche mir von der Homöopathie KONKRET viele Kasuistiken aus der homöopathischen Praxis. Natürlich darf gerne auch einmal eine "Wunderheilung" dabei sein. Aber das wichtigste ist mir, dass ich nachvollziehen kann, warum welches Mittel ausgewählt worden ist und bei welchen Krankheitsbildern ich mit welchen Verläufen rechnen kann. Für mich gibt es einige "klassische Fragestellungen", über die ich bei jedem Patienten immer wieder nachdenke:
• Welche Symptome ziehe ich vor allem für die Arzneimittelwahl heran: Akutsymptome, "konstitutionelle Symptome", miasmatische Symptome?
• Ein Heilungsverlauf schreitet gut voran, auf einmal geht nichts mehr, das alte Mittel wirkt nicht mehr, aber entgegen der "reinen Lehre" sind neue Symptome für eine überzeugende neue Verschreibung eigentlich nicht gut zu sehen. Was ist zu tun?
• Ein Patient hat gute Symptome, aber es gibt mindestens drei Mittel, die ich auf diese Symptome hin verschreiben könnte. Nach welchen Kriterien entscheide ich mich?
• In welchen Fällen ist es wichtig, ein "kleines Arzneimittel" zu verschreiben, wann ist es besser, sich auf ein Polychrest zu verlassen?
• Ein Mittel wirkt gut, aber die Symptome, die ursprünglich zur Verschreibung geführt hatten, sind mittlerweile alle verschwunden. Ich sehe bereits ein neues Mittel. Soll ich dies nun verschreiben bzw. wann ist es besser, weiter beim alten Mittel zu bleiben?
• Ein Patient hatte bisher einen ganz guten Verlauf, jetzt tritt eine schwerwiegende neue Pathologie auf. Wie ist nun der bisherige Verlauf zu beurteilen, welche Konsequenzen ziehe ich für die jetzt notwendige neue Verschreibung?
Heli Retzek hat in seinem Beitrag über schwere Pathologien in der "Homöopathie Zeitschrift" diese Fragen sehr schön aufgeworfen. Ich würde mich freuen, wenn wir gemeinsam durch unsere Erfahrungsberichte einer klaren Beantwortung dieser Fragen näher kämen.
Dr. med. Stephan Gerke
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